Jürgen Weber-Roms Keramix Story


"Keramics at good old Vienna - und der Weg, der mich zu diesem Kleinod führte

Ich bin ein HIFI-begeisterter Mensch, der gerne gut Musik hört. Auch wenn ich auf die ultimative Anlage keinen besonderen Wert lege. Für mich ist HIFI eine Bereicherung des Lebens, welche auf Vernunft basieren sollte.

In den letzten zwei Jahren habe ich nach langer Durststrecke etliches verändert. Ich habe meine Anlage verkleinert, indem ich von einem Vorverstärker mit Monoendstufen zu einem Vollverstärker gewechselt habe. Ein neuer CD Player, ein Tuner und ein Plattenspieler soll nun auch für die nächsten 8 bis 10 Jahre reichen. Seit langem geistert die famose nordländische Marke PRIMARE in meinem Kopf herum. So griff ich bei dem aktuellen Produktzykluswechsel zu.

Allerdings war das Thema Lautsprecher noch immer eine große Baustelle.

So gelangte ich über große Umwege zu PURE DYNAMICS. Eine kleine Firma in der Nähe von Graz, die Lautsprecher und Röhrenverstärker beides auch als als Bausätze anbietet. Ich entschied mich nach einen Kurztrip für die Keramix und dessen Subwoofermodul Keramix3. Nach zwei Wochen bekam ich eine Infomail, dass mein Bausatz vollständig zur Abholung bereit stand.

Der Aufbau geriet dank perfekter Anleitung fast zu einem Kinderspiel, auch wenn die umfangreiche Frequenzweiche nicht ganz trivial ist. Ohne großem Voodoo und großer Geheimnisse verlötete ich die Weiche auf einem passgenau zurecht gesägtem Brett. Die schweren oder großen Bauteile habe ich mittels Kabelbinder und Bohrungen am Brett befestigt.

Der Bausatz besteht aus Keramik Treibern der Fa. THIEL ACCUTON und dem sehr bekannten ER 4 Hochtöner von ETON. Im Grunde ein Zweiwege System mit tief abgetrenntem Tieftonmodul. Bei mir in einem gemeinsamen Gehäuse vereint.

Der Aufbau des Gehäuses war, muss ich gestehen, sehr zeitraubend, da ich das Gehäuse vollständig aus Leimholz zusammen gebaut hatte. Zuschnitt und Fräsungen in Eigenleistung. Ich entschied mich für Kautschukbaumholz, da es sensationell gut zu verarbeiten ist. Es franst nicht aus, wenn man es quer zur Faser schneidet, bietet eine gute Oberfläche für den Schliff und für die Fräsungen und ist fromstabil. Es ist zudem akustisch relativ ruhig, trotz der enormen Härte ähnlich einer Buche.

Wie soll man nun einen Bausatz mit Fertigkost vergleichen? Ich habe ja lange nach meinem Lautsprecher für die nächsten 8 bis 10 Jahre gesucht und natürlich sehr viel probegehört und verglichen. Die Entscheidung zu Gunsten des Bausatzes habe ich letztendlich nicht aus preislicher Sicht getroffen, auch wenn ich genau hier ebenfalls einen großen Vorteil gewonnen habe. Ja, richtig, es ist abgesehen von der Eigenleistung sensationell günstig im Vergleich zur Stangenware.

Ich höre sehr gerne Filmmusik und Jazz. Natürlich auch hochwertige Popmusik. Hochwertig im Sinne von noch vorhandenen Restfragmenten an Dynamik, also keine totkomprimierte Massenware. Filmmusik erwähne ich deswegen, weil sich dahinter oftmals geniale Werke verbergen, die viele Genres vereinen. Orchestrale Besetzungen kombiniert mit elektronischen Stücken oder Effekten.

Meine High Lights, die ich gerne weiter empfehle:

Fluch der Karibik- von Hans Zimmer (alle Teile)
Gladiator – Hans Zimmer
Lake Placid – von John Ottmann
The Pink Panther – von Christophe Beck (Einspielung von 2006)
Waterworld – von James Newton Howard

The Pink Panther, ein geniales Werk

Es ist sauber aufgenommen und enorm dynamisch. Man erlebt schlicht sein blaues Wunder, wenn man aus einer Gewohnheit grundsätzlich laut Musik zu hören unbedarft kräftig laut aufdreht. Die typische Melodie zieht sich in vielen Variationen durch den Soundtrack. Aber es sind auch unheimlich und gefährlich anmutende Stücke dabei. Einige davon schrammen schon hart an der Grenze zur Körperverletzung vorbei. Ein Gefahr, sofern der Lautsprecher mithalten kann, für die begrenzenden Mauern. Die Streicher exemplarisch ortbar und ein atemberaubender Tiefbass, wie aus dem Nichts heraus setzen die Streicher ein. Zu jeder Zeit kann man über die Keramix das klangliche Zusammensiel der Musiker verfolgen, während der Raum um die Akteure erzstabil bleibt. Kein Aufweichen oder Verschmieren der Konturen.

Soundtrack Lake Placid, das kleine heimliche Kleinod

John Ottmann versteht es ausgezeichnet, die Verbindung zwischen Ironie und Horrorgeschichte auf akustischem Weg herzustellen. Der Film trieft nur so vor Zynismus.

Die Geschichte ist im Grunde schnell erzählt. In einem kleinen See im Bundesstaat Maine lebt ein gewaltiges Krokodil, das Menschen anfällt und gut gewachsene Kühe zum Frühstück bekommt. Sehr schnell versammeln sich Behördenmitarbeiter, ansässige Sheriffs und eine Paläontologin aus New York, um den gruseligen Vorgängen auf den Grunde zu gehen. Allerlei Meinungsverschiedenheiten führen schnell zu kleinen Sticheleien, die sich auf herzhafte Weise durch den ganzen Film ziehen. Natürlich wird das Krokodil zum Schluss gefangen.

Der Soundtrack zerrt den Zuhörer zwischen der Filmmelodie und den skurrilen, teils bedrohlich wirkenden Klanggemälden, hin und her. Selbst die Musik beschert einen ordentlichen Adrenalinschub. Frappant wirkt schon die plastische Darstellung zwischen den Lautsprechern.

Also Georg,

Kompliment zu Deinem Lautsprecher, der nun bei mir steht. Ich vergleiche ihn bewusst nicht mit Fertiglautsprechern, weil es einfach unfair wäre. Unfair gegenüber der so genannten Fertigkost, denn die hätte es wahrlich schwer und dass sicher nicht nur wegen der Preisleistungsrelation.

Du solltest nach Wien kommen und anhören was Keramix in Wien so anstellt. Gott sei Dank sind meine Mauern massiv … "

 

Jürgen Weber-Rom im Oktober 2011

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